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Buchhaltung

Selbstkosten ermitteln und Preise richtig kalkulieren

Franziska Nachtigall
November 12, 2021
6 min

Bei der Gründung stehen viele Unternehmer vor der Frage, zu welchem Preis sie Waren oder Dienstleistungen verkaufen müssen, um Gewinn zu erwirtschaften. Als wichtige Orientierungsgröße bei der Preisfindung dienen die Selbstkosten. Was Selbstkosten sind, welche Ausgaben dazu gehören und wie sie sich für verschiedene Unternehmensarten berechnen lassen, verraten wir in unserem Guide.

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Was sind Selbstkosten?

Selbstkosten sind sämtliche Kosten, die für ein Unternehmen bei der Produktion, Erzeugung, Lagerung, dem Vertrieb und der Verwaltung von Waren und Dienstleistungen anfallen. Aus welchen Posten sie sich zusammensetzen, hängt auch von der Betriebsart ab.

Die Ermittlung der Selbstkosten dient als Grundlage für die Preiskalkulation. Ermittelt werden die Selbstkosten über die Selbstkostenrechnung. Diese wird auch als Selbstkostenkalkulation oder Zuschlagskalkulation bezeichnet und ist ein betriebliches Instrument der Angebotspreisermittlung. Zur exakten Unterscheidung und Berechnung werden die Selbstkosten in zwei Kostenarten unterschieden: Einzel- und Gemeinkosten. 

Was ist der Selbstkostenpreis?

Wird eine Ware oder eine Dienstleistungen nur zu ihren Selbstkosten – also zum Selbstkostenpreis verkauft – deckt der Verkaufspreis lediglich Kosten der Produktion. Das Unternehmen kann jedoch keinen Gewinn mit dem Verkauf erzielen.

Ein Gewinn kann nur entstehen, wenn der Verkaufspreis über den Selbstkosten liegt. Der endgültige Verkaufspreis eines Produkts oder einer Dienstleistung entsteht erst durch die Hinzurechnung von Gewinn, Skonto und Rabatt. 

Die Selbstkosten dienen daher auch als langfristige Preisuntergrenze. Um zu verhindern, dass Unternehmen diese Preisuntergrenze unterschreiten und damit den Wettbewerb mit sogenannten Dumping-Preisen gefährden, ist der Verkauf von Waren und Dienstleistungen unter dem Selbstkostenpreis sogar wettbewerbsrechtlich untersagt. 

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Was gehört alles zu den Selbstkosten?

Zu den Selbstkosten gehören alle Kosten, die bei der Produktion von Gütern und Dienstleistungen anfallen, zum Beispiel:

Herstellkosten (Fertigungslöhne für Produktionsmitarbeiter, Abschreibungen für Maschinen, Mietkosten für Produktionsgebäude)
Vertriebskosten (Verpackungs- und Versandkosten, Zölle, Provisionen, Frachten)
Materialausgaben (Rohstoffe)
Verwaltungskosten (Gehälter von Verwaltungsangestellten)
Sondereinzelkosten Vertrieb (Zölle, Provision, Frachten, usw.)

Bei der Selbstkostenkalkulation werden diese Ausgaben in Einzel- und Gemeinkosten unterteilt.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstkosten und Herstellkosten?

Bei den Herstellkosten handelt es sich lediglich um die reinen Ausgaben für die Produktion beziehungsweise Erzeugung der Waren. Um diese zu bestimmen, werden zunächst die Materialkosten bestimmt und mit den einzelnen Bestandteilen der Fertigungskosten addiert. Die Selbstkosten wiederum sind die Summe aller Ausgaben, die bei Herstellung, Vertrieb und Verwaltung entstehen.

Wie berechnet man Selbstkosten?

Die Höhe der Selbstkosten wird durch die Selbstkostenrechnung ermittelt. Um sie zu bestimmen, muss man die Gesamtkosten berechnen. Da eine einfache Aufteilung der Gesamtkosten aber zu einem ungenauen Ergebnis führen würde, unterscheidet man zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten. 

Was sind Einzelkosten und wie berechnet man sie?

Einzelkosten sind die Kosten, die sich direkt einem Produkt – beziehungsweise einem bestimmten Kostenträger – zurechnen lassen. Produziert ein Unternehmen zum Beispiel Fahrzeuge und benötigt für die Herstellung vier Autoreifen, fallen diese als Rohstoffe unter die Einzelkosten.

Zu den Einzelkosten zählen Materialeinzelkosten (wie Rohstoffe und Zukaufteile), Fertigungseinzelkosten (wie Löhne der Produktionsmitarbeiter), Sondereinzelkosten der Fertigung (wie Konstruktionszeichnungen und Spezialwerkzeuge) und Sondereinzelkosten des Vertriebs (wie Provisionen für Mitarbeiter und Transportversicherung).

Einzelkosten lassen sich mithilfe zweier Verfahren berechnen: 

Grenzplankostenverfahren: exakte Berechnung der Kosten eines bestimmten Produkts
Prozesskostenrechnung: Berechnung der benötigten Ressourcen für die Herstellung des Produkts

Einzelkosten sind in der Regel auch variable Kosten – sie verändern sich also mit der Produktmenge. Produziert das Unternehmen zum Beispiel ein Fahrzeug mehr, benötigt es auch vier mehr Reifen.

Was sind Gemeinkosten und wie berechnet man sie?

Gemeinkosten lassen sich nicht direkt einem Erzeugnis zuordnen. Es handelt sich um Kosten, die oft zwar unvermeidbar sind, um das Unternehmen zu betreiben, sich aber nicht unmittelbar einem Kostenträger zurechnen lassen. Bei dem Unternehmen, das Fahrzeuge produziert, wären das etwa die Kosten für den Bau der Produktionshalle. 

Zu den Gemeinkosten zählen zum Beispiel Verpackungskosten, Lagerkosten und Frachtkosten. Gemeinkosten stellen meist Fixkosten dar und müssen daher zunächst über einen Schlüssel verteilt werden. Büromieten, Pacht und Energiekosten lassen sich etwa über die Quadratmeteranzahl der Abteilungen berechnen. 

Da sich Gemeinkosten nur über Umwege auf die Kostenträger umrechnen lassen, benötigt man den sogenannten Gemeinkostenzuschlag. Dieser wird über den Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ermittelt. 

Selbstkosten für Betriebsarten berechnen: Formel

Um die Selbstkosten aus Einzel- und Gemeinkosten zu ermitteln, gibt es bestimmte Kalkulationsschemata für unterschiedliche Betriebsarten. Bei der Kalkulation unterscheidet man zwischen Dienstleistungsbetrieben, Fertigungsbetrieben und Handelsbetrieben.

Berechnung Selbstkosten für Dienstleistungsbetriebe

Um die Selbstkosten eines Dienstleistungsbetriebs zu berechnen, ermittelt man zunächst die Lohnkosten der Mitarbeiter über die Faktoren Stundensatz und Arbeitszeit. Anschließend rechnet man die Sonder- und Materialkosten hinzu. Da das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaften will, gibt es den Materialpreis nicht 1:1 an seine Kunden weiter, sondern mit einem Materialaufschlag.

Formel für die Berechnung der Selbstkosten in Dienstleistungsbetrieben:

Lohnkosten (Stundensatz x Stundenzahl)

+ Materialeinkaufspreis

+ Materialaufschlag

+ Sondereinzelkosten der Fertigung

+ Sondereinzelkosten des Vertriebs

= Selbstkosten

Berechnung Selbstkosten für Fertigungsbetriebe

Bei Fertigungsbetrieben setzen sich die Selbstkosten aus den Herstell- und den Materialkosten zusammen. Auf diese werden die Kosten für Vertrieb und Verwaltung addiert.

Formel für die Berechnung der Selbstkosten von Fertigungsbetrieben:

Einzelmaterialkosten

+ Materialgemeinkosten

= Materialkosten

+ Fertigungslöhne

+ Fertigungsgemeinkosten

+ Sondereinzelkosten der Fertigung

= Herstellkosten

+ Vertriebsgemeinkosten

+ Verwaltungsgemeinkosten

+ Sondereinzelkosten des Vertriebs

= Selbstkosten

Berechnung Selbstkosten für Handelsbetriebe

Die Berechnung der Selbstkosten von Handelsbetrieben geht von dem Warenpreis der eingekauften Produkte aus, die weiterverkauft werden müssen.

Formel der Berechnung für Handelsbetriebe:

Warenpreis

– Rabatt

= Zieleinkaufspreis

– Skonto

= Einkaufspreis

+ Bezugskosten

= Bezugspreis

+ Handlungskosten

= Selbstkosten

Zu den Handlungskosten gehören alle Ausgaben, die innerhalb des Handelsbetriebs entstehen, wie zum Beispiel Personal-, Verwaltungs-, Werbungs- und Lagerkosten.

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FAQ

Was sind Selbstkosten?

Was sind Handlungskosten?

Wie berechne ich die Selbstkosten?

Wie geht die Kalkulation von Preisen mithilfe der Selbstkosten?

Was versteht man unter Selbstkostenpreis?

Was ist der Bezugspreis und wie kann ich ihn berechnen?

Wie berechnet man die variablen Selbstkosten?