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Mitarbeiterausgaben

Steuerfreibetrag 2021: So reduziert sich die Steuer

Franziska Nachtigall
August 7, 2021
6 min

Um Steuerzahler zu entlasten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich Ausgaben zurückzuholen und von weiteren steuerlichen Vorteilen zu profitieren, gibt es in Deutschland verschiedene Möglichkeiten. So können Finanzverantwortliche verschiedene steuerliche Freibeträge nutzen – teilweise sogar ohne Rechnung oder Quittung.

Egal ob KMU oder Start-up, ob Einzelunternehmer oder Freiberufler: Insgesamt lässt sich mit Steuerfreibeträgen, Pauschbeträgen und Freigrenzen die Steuerlast drastisch reduzieren. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Was bedeutet der Steuerfreibetrag? Wie sich Pauschbetrag, Freigrenze und Freibetrag unterscheiden

Steuerfreibetrag: Definition und Abgrenzung zum Pauschbetrag

Der Steuerfreibetrag ist ein gesetzlich festgelegter Anteil eines Einkommens, auf den keine Steuer erhoben wird. Sinn und Zweck ist es, den Steuerzahler zu entlasten und gerade denjenigen zu helfen, die mit einem geringen Einkommen auskommen müssen. Der Steuerfreibetrag ist allerdings nur ein Oberbegriff und fasst unterschiedliche Formen der steuerlichen Entlastungen zusammen.

Freibeträge sind begrifflich von Pauschbeträgen und Freigrenzen zu unterscheiden. In allen drei Arten steht aber die Entlastung des Steuerzahlers im Vordergrund – mit Unterschieden in Form und Höhe der jeweiligen Steuerbefreiung.

Freibetrag

Wie eingangs erklärt, ist der Freibetrag ein bestimmter Anteil eines Einkommens, für den der Steuerzahler keine Steuern zahlen muss. Erst, wenn das Einkommen diesen Freibetrag übersteigt, werden Steuern fällig – und zwar nur für die Summe, die über diesem Betrag liegt. Der Grundfreibetrag beispielsweise liegt im Jahr 2021 bei 9.744 Euro für Alleinstehende. Übersteigt das Einkommen diese Summe um einen Euro und liegt damit beispielsweise bei 9.745 Euro, so werden auch nur für den Differenz-Betrag von einem Euro Steuern fällig. Die 9.744 Euro müssen nicht versteuert werden.

Pauschbetrag

Als Pauschbeträge werden solche Ausgaben bezeichnet, die dem Finanzamt ohne Nachweise vorgelegt werden können, um sie von der Steuer freizustellen. Der Verpflegungsmehraufwand beispielsweise basiert auf solchen Pauschbeträgen. Das bedeutet, für die Verpflegung von Mitarbeitern auf Dienstreisen gelten je nach Länge der Reise unterschiedliche Pauschbeträge. Diese Beträge werden von der zu zahlenden Steuer des Mitarbeiters direkt abgezogen. Sie müssen nicht beim Finanzamt belegt werden, da sie unabhängig von den tatsächlichen Verpflegungskosten gelten.

Freigrenze

Freigrenzen geben ähnlich wie Freibeträge ein Limit vor, bis zu welchem Einkünfte steuerfrei bleiben. Während beim Freibetrag aber nur jener Betrag versteuert wird, der über den Freibetrag hinausgeht, wird beim Überschreiten der Freigrenze direkt der Gesamtbetrag versteuert. Arbeitgeber dürfen Arbeitnehmern beispielsweise steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendungen bis zu einer monatlichen Freigrenze von 44 Euro gewähren. Wird diese Freigrenze nur um einen Euro überschritten, wird die Steuer für die gesamten 45 Euro fällig.

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Steuerfreibetrag monatlich und jährlich: Steuerfreibeträge 2021 in der Übersicht

Steuerfreibetrag 2021: Jährlicher und monatlicher Freibetrag in der Übersicht

Die Frage nach der aktuellen Höhe des Steuerfreibetrags wird jedes Jahr wieder relevant, wenn die Steuererklärung ins Haus steht. Pauschal lässt sich diese aber nicht beantworten, da es nicht den einen Steuerfreibetrag gibt, sondern viele verschiedene. In der Umgangssprache meinen die meisten damit aber den Grundfreibetrag, der nicht für Privatpersonen, sondern ebenso für Selbstständige bei der Einkommensteuer gilt.

Einkommensteuer und Freibetrag: Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag ist ein Freibetrag, der jedem Steuerzahler zusteht. Er soll unser Existenzminimum sichern und wird automatisch vom Finanzamt bei der Einkommensteuer und vom Arbeitgeber bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt, sodass niemand aktiv werden muss, um ihn zu erhalten. Als Alleinstehender liegt der Betrag im Jahr 2021 bei 9.744 Euro. Erst Einnahmen, die über dieser Grenze liegen, müssen versteuert werden. Für Verheiratete gilt entsprechend der doppelte Betrag. Zuletzt ist der Grundfreibetrag jährlich gestiegen, um den höheren Kosten unseres Alltags gerecht zu werden.

Der Grundfreibetrag gilt jeweils für ein ganzes Jahr – und das auch dann, wenn der Steuerpflichtige nur wenige Monate in einem Job tätig war, wie beispielsweise ein ehemaliger Student, der gerade ins Arbeitsleben eintritt.

Der Grundfreibetrag im Überblick:

Steuerfreibeträge
Steuerjahr Ledig Verheiratet
2022 9.984 Euro 19.968 Euro
2021 9.744 Euro 19.488 Euro
2020 9.408 Euro 18.816 Euro
2019 9.168 Euro 18.336 Euro
2018 9.000 Euro 18.000 Euro
2017 8.820 Euro 17.640 Euro
2016 8.652 Euro 17.304 Euro

Lohnsteuerfreibetrag

Eine Lohnsteuerermäßigung in Höhe eines individuellen Freibetrags kann beantragt werden, sofern höhere Aufwendungen vorliegen. In der Regel ist das möglich, wenn die Aufwendungen nachweislich 600 Euro überschreiten. Diese können sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzen: zum Beispiel Werbungskosten, Kosten für Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen.

Gewerbesteuerfreibetrag

Personengesellschaften können von dem sogenannten Gewerbesteuerfreibetrag Gebrauch machen. Der liegt derzeit bei 24.500 Euro und entlastet entsprechende Unternehmen bei der Zahlung der Gewerbesteuer. 

Um den Gewerbeertrag zu ermitteln und zu prüfen, ob er diese Grenze überschreitet oder nicht, wird der Jahresgewinn eines Betriebs herangezogen. Der Betrag, der über die 24.500 Euro hinausgeht, wird schließlich zur Weiterberechnung der Gewerbesteuerschuld verwendet. Für die Berechnung spielt neben dem Gewinn selbst der Hebesatz des Unternehmensstandortes und die Steuermesszahl von 3,5 Prozent eine Rolle.

Kinderfreibetrag

Ergänzend zum Grundfreibetrag können Eltern zusätzlich den sogenannten Kinderfreibetrag geltend machen. So dürfen sie pro Jahr einen gewissen Betrag zusätzlich verdienen, ohne weitere Steuern darauf zahlen zu müssen. Er setzt sich aus dem Steuerfreibetrag für das Existenzminimum und aus dem Steuerfreibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Nachwuchses zusammen.

Aber: Eltern haben nicht die Möglichkeit, Kindergeld zu erhalten und gleichzeitig vom Kinderfreibetrag Gebrauch zu machen. Der Staat entscheidet hier, welche Variante für günstiger ist und gewährt ihnen diese automatisch. Der Kinderfreibetrag gilt dabei nicht nur für die biologischen Eltern, sondern jeweils für diejenigen, die das Sorgerecht des Kindes tragen – seien es die Adoptiveltern, Großeltern, Pflegeeltern oder sonstige Erziehungsberechtigte.

Wann bekommt man einen Steuerfreibetrag?

Grundsätzlich gilt für alle Steuerfreibeträge: Sie müssen zunächst beim Finanzamt beantragt werden. Die einzige Ausnahme bildet hierbei der Grundfreibetrag, der jedem Steuerpflichtigen automatisch zur Verfügung steht. Je nach Art des Steuerfreibetrags sind unterschiedliche Voraussetzungen zu erfüllen und Fristen einzuhalten. In der Regel gilt: Steuerfreibeträge lassen sich von Anfang Oktober bis Ende November beim Finanzamt über ein entsprechendes Formular beantragen, das dort zur Verfügung steht. Neben dem Antrag selbst wird hierfür die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer benötigt.

Da es immer mal wieder zu Änderungen an Höhe und Art der Steuerfreibeträge kommt, gilt es, sich vor der Steuererklärung über die aktuellen Regelungen und Gesetze zu informieren, um das Optimum herausholen zu können.

Steuerfreier Jahresbetrag bei einem Kleingewerbe

Steuerfreibetrag bei dem Kleingewerbe

Einen Sonderfall stellt das Kleingewerbe dar. Unternehmen, die im vergangenen Geschäftsjahr weniger als 22.000 Euro Umsatz erwirtschaftet haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro umsetzen, können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Das entbindet sie auf Wunsch von der Verpflichtung, Umsatzsteuer einzunehmen und abzuführen.

Gleichzeitig gilt für Kleingewerbe bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag von 24.500 Euro jährlich. Solange diese Summe nicht überstiegen wird, muss keine Gewerbesteuer gezahlt werden. Erst für den Betrag, um den diese Summe überschritten wird, muss Gewerbesteuer gezahlt werden. Für die Einkommensteuer gilt der Grundfreibetrag von 9.744 Euro im Jahr 2021. Wer diese Summe oder weniger umgesetzt hat, zahlt entsprechend keine Einkommensteuer. Aber: Hier wird nicht nur der Umsatz aus der Tätigkeit als Kleingewerbetreibender angerechnet, sondern ebenso weitere Einkünfte wie Dividenden, Mieteinnahmen oder die Vergütung nichtselbständiger Arbeit.

Ausgaben im Blick behalten mit Moss

Ausgaben im Blick behalten - mit Moss

Wer Steuern sparen möchte, muss besonders seine Ausgaben im Blick behalten. Angestellte müssen ermutigt werden, auf Dienstreisen Rechnungen für ihre Ausgaben anzufordern und einzureichen, damit diese im Rahmen Einkommensteuererklärung des Arbeitgebers abgesetzt werden können.

Dabei helfen die Firmenkreditkarten von Moss, die eigens für bestimmte Zwecke wie eine Dienstreise angelegt und vorab mit einem fixen Limit budgetiert werden können. So können Mitarbeiter Zahlungen für anfallende Reisekosten selbst tätigen, ohne sich im Nachhinein mit Spesenabrechnungen zu belasten. Und muss doch einmal etwas in bar bezahlt werden: Auch private Auslagen aus eigener Tasche lassen sich über Moss unkompliziert und zeitnah rückerstatten. Mitarbeiter können Belege und Rechnungen mit der Moss App direkt abfotografieren und digital im System erfassen, wo sie automatisch mit der entsprechenden Zahlung abgeglichen werden. Damit wird auch die Buchhaltung erheblich entlastet.

Zurück im Büro, lassen sich auch alle weiteren Geschäftsausgaben bequem mit der eigenen Moss Firmenkreditkarte bezahlen. Der Arbeitgeber behält die Ausgaben seiner Mitarbeiter dabei im Blick und kann entsprechend reagieren. Gerade für das Controlling ist dies ein entscheidender Faktor, um einzuschätzen, wo Einsparpotenziale liegen und welche Maßnahmen ergriffen werden können. 

Gleichzeitig gehen so keine Rechnungen mehr verloren, die in der Einkommensteuererklärung später zu einer Senkung der Steuer führen – und dank DATEV-Schnittstelle bedankt sich die Buchhaltung für den reduzierten Aufwand beim Verbuchen der Ausgaben.

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