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Controlling

Cashflow berechnen: Alles rund um Formeln und Methoden für die Berechnung

Franziska Nachtigall
September 20, 2021
8 min

Der Cashflow ist eine der wichtigsten Finanzkennzahlen in der Betriebswirtschaft. Als zentraler Indikator für die Liquidität gibt er Auskunft über die Finanzierungskapazitäten sowie die Kosten- und Ertragslage eines Unternehmens.

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind daher gut beraten, ihren Cashflow regelmäßig zu überwachen und zu analysieren. Dafür muss dieser jedoch erst einmal berechnet werden. Welche Formeln und Methoden hierfür üblicherweise herangezogen werden, verraten wir im folgenden Guide.

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Was ist der Cashflow? Definition und Bedeutung

Der Cashflow (deutsch: Geldfluss oder Kapitalfluss) gibt an, wie viel Geld in einer Periode in das Unternehmen hinein- und herausgelassen ist. Im Grunde bezeichnet die Kennzahl also nichts anderes, als die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben im betrachteten Zeitraum. Damit gibt sie Aufschluss über die Liquidität sowie die Innenfinanzierungslage des Unternehmens und ist für das Controlling unerlässlich. Denn je mehr Geld der Betrieb selbst erwirtschaftet, desto weniger Mittel muss er von Fremdkapitalgebern wie Banken oder Investoren aufnehmen.

Cashflow: Unterschied zu Gewinn und Liquidität

Vereinfacht gesagt, errechnet sich der Cashflow aus dem Zu- und Abfluss liquider Mittel aus dem laufenden Geschäft in einem bestimmten Zeitraum. Ist er also vergleichbar mit dem Gewinn? So einfach ist es leider nicht. Der Unterschied ist jedoch simpel erklärt: Im Gegensatz zum Gewinn berücksichtigt der Cashflow lediglich zahlungswirksame Einnahmen und Ausgaben in der Berechnung. Alle zahlungsunwirksamen Buchungen, wie fiktive Einnahmen und Ausgaben, finden hier keine Beachtung. 

Auch mit der Liquidität lässt der Cashflow sich nicht pauschal gleichsetzen. Zwar gibt der Geldfluss Auskunft über die Entwicklung der Liquidität, die Kennzahl der Liquidität an sich bezieht sich hingegen immer auf einen konkreten Zeitpunkt. Der Cashflow misst als sogenannte Stromgröße lediglich ihre Veränderung über den betrachteten Zeitraum hinweg.

Zahlungswirksame vs. Zahlungsunwirksame Buchungen

Anders als der Gewinn wird der Cashflow lediglich anhand zahlungswirksamer Einnahmen und Ausgaben berechnet. Vor der Berechnung sollten diese daher zunächst von den zahlungsunwirksamen Buchungen abgegrenzt werden.

Zahlungsunwirksame Buchungen kennzeichnen in diesem Sinne alle Buchungen aus der betrachteten Periode, die einen direkten monetären Wert aufweisen und den Geldfluss des Unternehmens damit nicht beeinflussen. Unter zahlungsunwirksame Aufwendungen fallen beispielsweise Abschreibungen und Rückstellungen. Zahlungsunwirksame Erträge können zum Beispiel Zuschreibungen oder Auflösungen von Rückstellungen sein.

Wir haben eine kurze Übersicht über zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge zusammengestellt:

Zahlungswirksam Zahlungsunwirksam
Erträge - Einzahlungen aus Umsätzen
- Einzahlungen aus Forderungen
- Zuschreibungen
- Auflösungen von Rückstellungen
- Entnahmen aus Rücklagen
Aufwendungen - Aufwendungen für Material und Waren
- Auszahlungen für Personal
- Auszahlungen von Verbindlichkeiten
- Investitionen
- Abschreibungen
- Bildung von Rücklagen
- Bestandsminderungen (fertige und unfertige Erzeugnisse)

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Wie berechne ich den Cashflow? Formeln & Methoden

Die Ermittlung des Cashflows kann auf unterschiedliche Arten erfolgen, die jeweils verschiedene Werte und Kennzahlen einschließen oder auslassen. Dabei können zur Berechnung des (Brutto-) Cashflows grundsätzlich zwei Methoden verwendet werden: die direkte und die indirekte Methode. 

Die indirekte Methode kommt dabei in der Unternehmenspraxis häufiger zum Einsatz, da sie anhand von den Zahlen aus der Bilanz- und Erfolgsrechnung durchgeführt werden kann. Die direkte Methode wird meist nur in Ausnahmefällen zurate gezogen - obwohl sie einen genaueren Überblick über die Zahlungsströme bietet. Beide Methoden bieten zwar unterschiedliche Berechnungsansätze, das Ergebnis bleibt jedoch dasselbe. 

Cashflow berechnen: Die indirekte Methode

Berechnungsgrundlage für die indirekte Methode zur Cashflow-Ermittlung bildet der Jahresüberschuss aus der Erfolgsbilanz des Unternehmens. Aus diesem werden bei der häufiger genutzten Methode alle zahlungsunwirksamen Positionen herausgerechnet. Dementsprechend werden alle zahlungsunwirksamen Aufwendungen zum Gewinn addiert und alle zahlungsunwirksamen Erträge aus dem Jahresüberschuss herausgerechnet. Die Formel setzt sich wie folgt zusammen.

Formel indirekter Cashflow:

Jahresüberschuss (nach Steuern)
- zahlungsunwirksame Erträge
+ zahlungsunwirksame Aufwendungen
= Cashflow im engeren Sinne (i.e.S.)


Cashflow
-Berechnung mit der direkten Methode

Anders als bei der indirekten Methode wird mit der direkten Methode nicht der Jahresüberschuss zu rate gezogen. Hier wird der Cashflow als Differenz aus allen zahlungswirksamen Erträgen und den zahlungswirksamen Aufwendungen gebildet. Die Formel hierfür setzt sich denkbar einfach zusammen:

zahlungswirksame Erträge
- zahlungswirksame Aufwendungen
= Cashflow i.e.S.


Die Daten für die Berechnung des direkten Cashflows lassen sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ziehen, sofern diese nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt wurde. Eine GuV nach Umsatzkostenverfahren bietet hingegen keine geeignete Grundlage für die direkte Ermittlung des Cashflows.

Cashflow-Arten berechnen

Zur detaillierten Betrachtung der Finanzkraft des Unternehmens und einzelner Geschäftsbereiche haben sich in der Praxis verschiedene Berechnungsarten oder “Cashflow-Stufen” herausgebildet. Diese beziehen jeweils unterschiedliche Werte mit ein und bieten die Grundlage für konkrete Analysen und Kennzahlen-Vergleiche. Wir stellen einige der wichtigsten Cashflow-Arten vor.

Operativer Cashflow

Der operative Cashflow ist ein Teil des Cashflows im Rahmen der Kapitalflussrechnung und bezieht sich auf alle zahlungswirksamen Geschäftsvorgänge, die während des Betrachtungszeitraums im normalen laufenden Geschäft entstanden sind. Er ist insbesondere ein guter Indikator für die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens und erlaubt fundierte Rückschlüsse darüber, inwiefern ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten aus eigener Kraft bedienen kann. 

Ein konkretes Beispiel für die Ermittlung des operativen Cashflows nach der indirekten Methode könnte so aussehen:

Jahresüberschuss
+ Abschreibungen
- Zuschreibungen
+ Bildung von Rückstellungen
- Auflösung von Rückstellungen
+ Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen
- Sonstige zahlungsunwirksame Erträge
+ Bestandsminderungen
- Bestandserhöhungen
+ Periodenfremde Aufwendungen
- Periodenfremde Erträge
+ Außerordentliche Aufwendungen
- Aktivierte Eigenleistungen
= Operativer Cashflow


Cashflow aus Investitionstätigkeiten

Ein weiterer Bestandteil der Kapitalflussrechnung ist der Cashflow aus Investitionstätigkeiten. Er stellt die Differenz aller Ein- und Auszahlungen aus Gewinnen und Verlusten dar, die durch Investitionen erzielt werden könnten. Damit zeigt er auf, ob die Investitionen des Unternehmens einen positiven oder einen negativen Rückfluss ergeben haben. Berechnet wird der Cashflow aus Investitionstätigkeiten wie folgt:

Einzahlungen durch Abgang von Anlagevermögen
- Auszahlungen von Investitionen in Anlagevermögen
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagevermögen
- Auszahlungen aus Investitionen in Finanzanlagevermögen
= Cashflow aus Investitionstätigkeiten


Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten

Die dritte Cashflow-Stufe der Kapitalflussrechnung bildet der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten. Wie sich am Namen unschwer erkennen lässt, bildet dieser alle Kapitalflüsse ab, die sich auf Eigenkapitaländerungen des Unternehmens beziehen. Anhand dieser Kennzahl lässt sich also erkennen, wie sich das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital gestaltet und im Betrachtungszeitraum verändert hat. So könnte ein Beispiel für die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten aussehen.

Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen
- Auszahlungen an Unternehmenseigner (z.B. Dividenden)
+ Einzahlungen aus Anleihen und der Kreditaufnahme
- Auszahlungen durch Tilgung von Krediten
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten


Neben den drei Grundbestandteilen der Kapitalflussrechnung, existieren in der Praxis zudem weitere Cashflow-Arten mit unterschiedlichem Aussagegehalt:

Free Cashflow oder “Netto-Cashflow”

Der Free Cashflow zeigt auf, wie viel Geld dem Unternehmen frei zur Verfügung steht um beispielsweise Dividenden auszuzahlen, Kredite zurückzuzahlen oder Fremdkapital zurückzuführen. Daher ist diese Kennzahl insbesondere für Kreditgeber relevant, da diese anhand dessen erkennen können, in welcher Höhe das Unternehmen in der Lage ist, Schulden zu tilgen. Die Berechnung erfolgt so:

Operativer Cashflow
- Kapitalaufwendungen / Investitionen
= Free Cashflow


Durch das Herausrechnen der Investitionen aus dem operativen Cashflow ist der Free Cashflow als Kennzahl nur schwer manipulierbar, da Unternehmen keine größeren Investitionen in eine spätere Periode verschieben können. So ergibt sich ein klares Bild über die tatsächlichen Geldmittel aus der Bilanzrechnung.

Cashflow Return on Investment (CFROI)

Der Cashflow Return on Investment wurde von der Boston Consulting Group (BCG) entwickelt und ist eine renditeorientierte Kennzahl, anhand der sich das laufende Geschäft genauer beurteilen lässt. Insbesondere einzelne Geschäftsbereiche lassen sich hiermit detaillierter betrachten als mit dem klassischen Cashflow-Verfahren. Der Cashflow Return on Investment ergibt sich, indem der Brutto-Cashflow (auch: operativer Cashflow) durch die Investitionsbasis geteilt wird.

Discounted Cashflow

Um entscheidungsorientierte Unternehmens- oder Geschäftsbewertungen zu treffen, eignet sich insbesondere die Discounted Cashflow Methode. Diese amerikanische Art der Cashflow-Berechnung fußt auf der Diskontierung mehrerer Cashflow-Formen. Und gehört zu den sogenannten Gesamtbewertungsverfahren.

Für die Discounted Cashflow Methode werden möglichst genau und realistisch ermittelte zukünftige Zahlungsüberschüsse und Cashflows herangezogen und auf den Stichtag der Bewertung diskontiert, also auf- und abgezinst. Diese Berechnungsmethode ist also ein “Zahlenspiel” mit bisher unbekannten Werten, die zwar möglichst zutreffend ermittelt werden, jedoch über eine vergleichsweise ungewisse Aussagekraft verfügen.

Cashflow analysieren und managen: Bedeutung für Unternehmen

Grund für die große Anzahl an verschiedenen Cashflow-Modellen sind die unterschiedlichen Perspektiven, die sie auf die Unternehmensfinanzen erlauben. So bietet der Cashflow ein umfassendes Bild über Einnahmen und Ausgaben, Liquiditätsveränderungen und die wirtschaftliche Leistungskraft eines Unternehmens. Es können die aktuell verfügbaren Barmittel festgestellt, die Wettbewerbsfähigkeit analysiert und mögliche Engpässe, bis hin zur Insolvenzgefahr, vorhergesehen werden.

Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch für Start-ups und Großunternehmen stellt der Cashflow daher eine wichtige Kennziffer dar, die in regelmäßigen Abständen zur Erfolgsbewertung herangezogen werden sollte. Wo der Fokus auf einem schnellen Wachstum liegt, sollte schließlich regelmäßig überprüft werden, wie viel Geld für Investitionen in zukünftige Innovationen zur Verfügung steht und an welchen Stellen Einsparungspotenziale bestehen.

Cashflow interpretieren: Positiver und negativer Cashflow

Die grundlegende Interpretation des Cashflows gestaltet sich dabei ganz einfach: Es wird zwischen positivem und negativem Cashflow unterschieden. Ein positiver Cashflow zeigt entsprechend an, dass mehr Mittel in das Unternehmen hinein als hinaus geflossen sind. In diesem Fall spricht man von einem Mittelzufluss. Die Firma verfügt über liquide Mittel, die genutzt werden können, um Mitarbeiter zu bezahlen, Produktionsmittel anzuschaffen oder bestehende Schulden zu tilgen.

Ein negativer Cashflow hingegen, bedeutet einen Abfluss liquider Mittel aus dem Unternehmen. Plump gesagt: es wurde mehr Geld ausgegeben, als letztendlich eingenommen wurde. Hier spricht man auch von einem Cash Loss bzw. einem Cash Drain. In diesem Fall wurden typischerweise Überschüsse abgebaut und in das laufende Geschäft investiert. Selbst wenn das Geld das Unternehmen nicht verlassen hat, sondern in Equipment oder Forderungen gesteckt wurde, weist ein negativer Cashflow auf einen Liquiditätsengpass hin. Ist der Cashflow dauerhaft negativ, droht die Insolvenz.

Volle Kontrolle über alle Ausgaben - mit Moss

Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups, für die ein schnelles Wachstum von besonderer Relevanz ist, ist es essentiell, den Cashflow regelmäßig zu bestimmen und zu analysieren. So können die finanzielle Lage des Unternehmens bewertet und fundierte Entscheidungen für zukünftige Investitionen getroffen werden. Mit Moss hast du alle Ausgaben stets im Blick. Anhand detaillierter Reportings und Forecasts wird jede einzelne Zahlung nachvollziehbar und du kannst dein Ausgabeverhalten ganz im Sinne des Cashflows optimieren.

Gleichzeitig behältst du im Moss Dashboard den Überblick über alle Mitarbeiterausgaben und wiederkehrende Zahlungen - und das in Echtzeit. Budgets können einfach per Klick angepasst und unnötige oder redundante Ausgaben umgehend eingestellt werden. So behältst du stets die Kontrolle über die Ausgaben im laufenden Geschäft und managst deine Budgets entlang des Businessplans.

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